Neues zum Marstall – ISEK

Wir haben für den nächsten Stadtrat einen Antrag vorbereitet, der darauf abzielt, die Umsetzung des Marstall-Centers zu verschieben bzw. in die Diskussion um das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu integrieren. Die Pressemitteilung dazu füge ich hier ein:

Pressemitteilung:

Bürgerbeteiligung ermöglichen – Stadtentwicklung breit diskutieren

Die Fraktion DIE LINKE im Stadtrat Greiz beantragt in der nächsten Sitzung, die Umsetzung des Marstall-Centers zurückzustellen, bis das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf den Weg gebracht ist. „Es darf nicht sein, dass mit dem Marstall-Center harte Fakten in Beton gegossen werden, bevor das Konzept für die langfristige Stadtentwicklung überhaupt in die Diskussion geht.“ betont Marcel Buhlmann.

Ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept – kurz ISEK – formuliert ein Leitbild der Stadtentwicklung, benennt Entwicklungsziele und leitet daraus konkrete Maßnahmen und Projekte ab. Über das ISEK solle mit allen Einwohnern offen und transparent diskutiert werden, wie und wohin sich die Stadt Greiz in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln soll. „Diese Diskussion ist dringend notwendig und längst überfällig.“ findet Guido Brinkmeyer. Neuere Erkenntnisse hätten gezeigt, dass insbesondere über die Funktion von Innenstädten grundsätzlich neu nachgedacht werden müsse. Man wolle offen diskutieren, in welchen Stadtteilen welche Schwerpunkte gesetzt werden und wie vorhandene Konzepte wie beispielsweise der Lärmschutzplan, das entstehende Klimaschutzkonzept und die Bedürfnisse der Menschen vor Ort in Einklang gebracht werden könne. „Wo wollen wir Wohngebiete, wo Gewerbe, wo Handel und wie werden diese Gebiete verzahnt? Wieviel Raum bleibt für Kultur, Freiräume, Freizeit und neue Ideen?“ fragt Holger Steiniger.

Die inzwischen mehr als 3000 gesammelten Unterschriften gegen das Marstall-Projekt könne man nicht ignorieren. Man müsse das große Ganze sehen und überholte Konzepte aus vergangenen Jahrzehnten endlich überarbeiten und auf den aktuellen Stand der Wissenschaft hin prüfen. Das Marstall-Center auf Basis veralteter Konzepte und ohne ausreichende Bürgerbeteiligung umzusetzen, könne aus Sicht der LINKEN nicht der richtige Weg sein. „Sehen wir die Innenstadt als Ort des Zusammenkommens, des Austauschs, der Kultur, der Gastronomie, des Tourismus oder beschränken wir uns auf längst überholte Vorstellungen aus den 90er Jahren, die sich einzig auf Shopping fokussieren?“ fragt Marcel Buhlmann. Die Fraktion DIE LINKE fordert den Bürgermeister und die Stadtverwaltung auf, die Diskussion um das Marstall-Areal in den Prozess zur Erstellung des ISEK zu integrieren. So könne man die Bürger breit beteiligen und den berechtigten Unmut nutzen, um eine fruchtbare Debatte über die Entwicklung der Stadt als Ganzes anzustoßen.

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